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Lockheed Martin F-35 -

der Gewinner des "Joint Strike Fighter" - Programms wird der Jagdbomber der nächsten Jahrzehnte.

Inhalt > das Joint Strike Fighter Programm
> die Varianten der F-35
> Technische Daten
> die F-35B - revolutionäres STOVL -    Flugzeug
> das Kampfflugzeug der nächsten    Jahrzehnte
> die JSF - Gallerie
> als Modell

 
 

das Joint Strike Fighter Programm.

Wie der Name schon sagt ist das Ziel des Programmes die Entwicklung eines "gemeinsamen" Jagdbombers - und zwar für die US Airforce, die Navy, dem Marine Corps und der Royal Navy/Airforce. Die gemeinsame Entwicklung soll sowohl in der Entwicklung, als auch beim späteren Betrieb und der Ausbildung Kosten sparen. Hohe Stückzahlen sollen außerdem die Stückkosten senken, daher wird - im Gegensatz zur F-22 und der F/A-18E/F eine agressive Exportpolitik betrieben. Beide genannten Programme wurden wegen explodierenden Kosten bereits gekürzt!

Obwohl alle Teilstreitkräfte höchst unterschiedliche Anforderungen an ihr Kampfflugzeug stellen, soll eine technische Übereinstimmung von 70-90% erreicht werden.
Da das Marine Corps und die Royal Navy dringend Ersatz für die betagten Harrier benötigt, ist eine Version des Joint Strike Fighters (JSF) ist als Senkrechtstarter konzipiert worden.
Die drei entwickelten Varianten werden weiter unten beschrieben.

Geschichte.
Begonnen hat das JSF - Programm mit einer offenen Ausschreibung an alle amerikanischen Hersteller. Boeing und Lockheed Martin erhielten 1996 den Auftrag parallel und unabhängig von einander je drei Prototypen (Airforce, Navy, Marines) zu entwickeln. Im Jahr 2000 hebten die Flugzeuge zum ersten Mal ab - intensive Flugversuche mit allen sechs Prototypen folgten.

 

die Rivalen.
Boeing X-32 und Lockheed Martin X-35 © USAF
 

 
Im Oktober 2001 wurde dem Paket von Lockheed Martin und seinen Partnern der Vorzug gegeben. Ein schwerer Schlag für Boeing.
Gründe für diese Entscheidung sind wohl das neuartige Triebwerkskonzept der STOVL-Variante und Lockheeds Erfahrungen mit der F-22 (vielleicht auch die Ästhetik?).
Nach weiteren Erprobungen und Nachbesserungen werden nun 22 Vorserienmodelle gebaut. 14 flugfähige Prototypen (5 CTOL, 4 CV, 5 STOVL, siehe Varianten unten) und 6 "Bodenmodelle". Etwa 2006 soll die Serienfertigung und die Pilotenumschulung beginnen. 2007/8 sollen dann die ersten Flugzeuge in Dienst gestellt werden.

das JSF - Entwicklungsteam.
Neben Lockheed Martin sind auch Northrop Grumman, BAE Systems, Rolls Royce, General Electric und Pratt & Whitney an der Entwicklung der F-35 beteiligt.
 
das JSF - Partnerprogramm.
Da sich das Projekt vorallem über die Exportstückzahlen finanzieren soll, sind alle künftigen Betreiberstaaten dazu eingeladen an der Entwicklung teilzuhaben. Je größer ihr finanzieller Beitrag, desto größer das Mitspracherecht und der Technologietransfer in den jeweiligen Staat. Es wird dabei in Level 1 bis 3 Partnern unterschieden. Bisher haben die Partnerstaaten bereits USD 4,5 Mrd. investiert. Eine Partnerschaft bedeutet noch keine Kaufzusage.
 

First-Day-Of-War Operations.

Das sind jene Jagdbomber-Einsätze, die bei intakter gegnerischer Luftabwehr geflogen werden müssen. Auch mit feindlichen Jägern ist zu rechnen. Der JSF soll solche Missionen alleine durchführen können.
  
Varianten
hier klicken! 3D-Vergleich der Varianten.
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F-35A CTOL
conventional takeoff and landing
F-35B STOVL
short takeoff and vertical landing
F-35C CV
carrier variant
US Airforce, Export
Marines, Royal Navy
US Navy
ersetzt folgende Typen
F-16 Falcon, A-10 Thunderbolt II
Harrier-Varianten,
F-18 Hornet, RAF Tornado
F-18 Hornet, F-14 Tomcat, A-6 Intruder
Gemeinsamkeiten
70-90% technische Übereinstimmung; gleiches Triebwerk, gleiche elektronische Ausstattung (Radar, Feuerleitsystem, ...), im wesentlichen gleiches Cockpit -
ab 2002 soll es nach jedem Testlauf mehr Übereinstimmung geben als davor.
Unterschiede
Basis-Version, größte Stückzahlen, Exportversion
STOVL-Triebwerk, daher breiterer Rumpf
Träger-tauglich durch stärkeres Fahrwerk; Fanghaken; größere Tragflächen
 
geringere Reichweite, da kleinere Tanks; weniger Nutzlast als A
größere Reichweite und höhere Nutzlast als A
 
F-35C
 
Technische Daten
Typ Einsitziger Jagdbomber
Länge 15,4 m (CV: 15,5 m)
Spannweite 10,6 m (CV: 13,1 m, 9,1 bei eingeklappten Tragflächen)
Triebwerk Pratt & Whitney F119-PW-100 Version SE611
(basiert auf Triebwerk der F-22)
Schub 164,6 kN
Höchstgeschw. bis Mach 1,8
max. Abfluggewicht 27.216 kg (nur CV-Variante?)
Reichweite min. 600 nautische Meilen (alle Versionen)
F-35C CV: 2x Reichweite der F-18C/D
F-35B STOVL: 2x Reichweite des Harriers
Bewaffnung

intern: zwei Waffenschächte:
2x 450kg Bomben, z.B. JDAM (Joint Direct Attack Munition) - Präzisionsbombe
2x AIM-120 AMRAAM
erweiterte Waffenschächte können auch zwei 900kg Bomben aufnehmen.
1x Bordkanone: Mauser 27 mm (nicht in B und C, externe Kanone in Entwicklung)
extern: Aufhängepunkte unter den Tragflächen (Verlust der Stealth-Eigenschaften)

elektronische
Ausstattung
- Multifunktions-Radar: Northrup Grumman   Advanced Electronically Scanned Array
- elektronische Gegenmaßnahmen (ECM)   von Snader/Litton Amecon
- elektro-optisches Zielerfassungssystem   von Lockheed Martin
- Nachtsicht-Sensoren: Northrup Grumman   Distributed Aperture Infrared Sensor   (DAIRS)
- Helmdisplay von Vision Systems   International ...
 
keine Doppelsitzer!?
Interessant ist anzumerken, dass von keiner Version vorerst Doppelsitzer geplant sind - und das obwohl die Erfahrungen auf dem Balkan gezeigt haben, dass der Pilot alleine mit den Aufgaben auf einem modernen Konflikt überfordert ist. Dieser Umstand führte immerhin zu einer deutlichen Erhöhung der Bestellungen für Doppelsitzer-Versionen der F-15, F-16, Rafale, des Eurofighters und der Gripen. Wahrscheinlich glaubt man durch umfangreiche Automatisierung das zweite Besatzungsmitglied weitgehend ersetzen zu können.
Das sehr einflussreiche Israel wäre sehr an einem JSF-Doppelsitzer interessiert. Auch die Exportchancen in andere Länder würden durch eine zweisitzige Version deutlich gesteigert.
 
  F-35B STOVL -
ein revolutionäres Flugzeug
Die JSF-Version für das Marine Corps und die Royal Navy ist - wie der Harrier - ein STOVL - Flugzeug. Damit ist der Einsatz von amphibischen Angriffsschiffen, Hubschrauberträgern und unbefestigten Feldflugplätzen aus möglich.

Erreicht werden die STOVL - Eigenschaften durch folgende Modifikationen des P&W F119 Triebwerkes:
- Der Triebwerksauslass lässt sich nach
  unten schwenken - damit werden 80kN
  Aufwärtsschub im Heck erreicht.
- Hinter dem Cockpit befindet sich das
  patentierte Hubtriebwerk von Allison,
  das durch die Hauptwelle des
  Haupttriebwerkes angetrieben wird
  (Shaft Driven Lift Fan). Dadurch werden
  vorne weitere 82 kN Schub erreicht.

Das patentierte Triebwerkssystem war der
Match-Winner bei der JSF-Entscheidung


Wie beim Harrier sind mit geringerer Nutzlast sind auch vertikale Starts möglich (VTOL). Trotz dieser Fähigkeiten erreicht die F-35B angeblich die gleiche Höchstgeschwindigkeit wie die anderen Varianten.
Das von BAE Systems und Rolls Royce entwickelte System orientiert sich interessanterweise an der Yak-41 - dem geplanten STOVL - Überschall - Nachfolger der Yak-38 Forger der russischen Marine.

Durch die STOVL - Eigenschaften wird eine erheblich geringere Reichweite und Nutzlast in Kauf genommen. Trotzdem hat die F-35B die doppelte Reichweite eines Harriers! Aus Platzgründen ist kein internes Bordgeschütz vorgesehen; die Luftbetankungssonde wurde versetzt.

 
  die F-35B im Trägereinsatz.

Die F-35B ist ein Überschall-STOVL-Flugzeug mit Stealth-Eigenschaften und der doppelten Reichweite eines SeaHarriers. Außerdem verfügt sie über modernste Elektronik. Ein solches Flugzeug verstärkt die Kampfkraft eines STOVL/Helikopterträgers enorm! Staaten wie Großbritannien, Italien, Spanien, Indien und Thailand können mit dem JSF und ihren leichten Trägern schlagfertige Trägerverbände aufbauen.

 
Halbschwestern -
die spanische Pricipe de Asturias und die Chakri Naruebet aus Thailand.
Je sechs AV-8 Harrier II sind derzeit Standard.

Die ohnehin kampfstarken amphibischen Angriffstruppen der US Marines erlangen durch die F-35B völlig neue Möglichkeiten. Sie könnten bald auch ohne eigenen Flugzeugträger operieren.

Der leichte Mehrzweck-Träger wird - noch mehr als bisher - zur einer wertvollen Einheit für westliche Seestreitkräfte. Er kann Truppen transportieren, amphibische Angriffe durchführen, weite Seegebiete kontrollieren, Luftunterstützung geben, Luftangriffe starten und Verbände gegen Flugzeuge, Schiffe und U-Boote abschirmen.
  die F-35 - das Kampflugzeug der nächsten Jahrzehnte.
  Das Joint Strike Fighter Programm ist das größte Kampfflugzeug-Projekt der Geschichte. Eine Übersicht über die künftigen Abnehmer und Betreiber des Fighters gibt folgende Aufstellung:
(vorläufige Daten)

 
F-35A CTOL 

- US Airforce: 1763
- Niederlande: 85 (ca.2010; 5,5 Mrd EUR)
- Kanada: Ersatz für 80 F-18, ca. 2013
- Italien (ca. 100)
- Türkei (150; ab 2013)
- Dänemark
- Norwegen
- Australien (100)
- Israel und Singapur haben Interesse am Partnerprogramm bekundet.

Potentielle Kunden sind alle F-16 und F-18 Nutzer.
erwarteter Stückpreis: 28 Mio USD*

 
F-35B STOVL 

- US Marine Corps: 609
- Royal Navy: 60
- die Royal Airforce: etwa 90
(die RAF beschafft vermutlich die STOVL-Variante um die Eurofighter-Stückzahlen hoch zu halten)
Potentielle Kunden sind die Staaten, die gerade SeaHarrier von leichten Trägern aus einsetzen, also z.B. Italien, Spanien, Indien und Tailand.
erwarteter Stückpreis: 35 Mio USD
*
 

F-35C CV 
- US Navy: 480
erwarteter Stückpreis: 38 Mio USD*
   
Das sind alleine 2852 Fluzeuge für die US Streitkräfte!
Der potentielle Markt für den JSF ist 6.000 Flugzeuge groß.
Von der F-16 - deren Nachfolger die F-35 darstellt - sind etwa 2000 Maschinen für die USA gebaut worden. Weitere 2000 sind in 19 Ländern der Welt im Einsatz - und die Auftragsbücher sind immer noch voll!
  *) Stückpreise: Wenn die STOVL Version tatsächlich 50 Mio kostet, die CTOL-Version 40 Mio und die CV-Version etwas mehr als 40 Mio, gilt das in US Regierungskreisen als "success story"!
 
die X/F-35 Gallerie
F-35C
Bilder anklicken!
© Lockheed
F-35A CTOL
F-35B STOVL
F-35C CV
Royal Navy
Übergang zum Normalflug
STOVL Erprobung
Luftbetankung
  aus Platzgründen sind die Photos auf einem anderen Server abgelegt. Ich hoffe die Verbindung klappt gerade - falls nicht: probieren Sie es ein anderes Mal - es lohnt sich.
 
Modellbau:
JSF X-35 in 1/72 von Italeri (Nr. 01209). Achtung: fast alle Modelle stellen den Prototypen der F-35B STOVL dar! Kann daher nur als Prototyp, Marine Corps, Royal Navy oder RAF gebaut werden! Die obigen Bilder und 3D-Darstellungen helfen bei der Korrektur der vielen Fehler und den richtigen Decals.
Die Boeing X-32 gibt es auch in 1/72 von Italeri (Nr. 01208). Soweit mir bekannt ist handelt es sich um die Airforce-Version.